Dark Diary
Verfasst am: Mon., 30.05.2005, 20:18:29
Lange Zeit...
hmpf... ich brauche jemanden, der mir mal zuhört. Der nicht nur nickt und "ja" sagt. Der nicht denkt "red doch.. ich hör nicht hin". Ich weiß mal wieder nicht, was ich denken soll. Ist für mich eine Beziehung denkbar, in der sonst alles stimmt? Nur dieser eine, winzig"kleine" Punkt, daß man mich nicht versteht. Oder schlimmer, daß man tut als würde man mich verstehen wollen? Ich bin total konfus... weiß absolut nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Eine innere Unzufriedenheit macht sich breit. Was soll ich noch tun? Ich kann und will mich nicht endlos erklären müssen. Ich will so sein, wie ich bin. Ich will auch mal die freundliche Maske in die Ecke feuern und einfach ohne Grund schreien können. Aber alles was ich ernte sind verständnislose oder gar mitleidige Blicke.
Vielleicht geht es mir wirklich besser, wenn ich einsam bin...
Verfasst am: Mon., 23.05.2005, 19:55:37
Lacrimosa
Tränen der Sehnsucht - live
im doppelten Sinne. Gestern war das Konzert in Köln. Und ich stand da - ein Kind - mit Tränen im Gesicht. Lichter warfen Schatten und hielten mich im Licht. Verführt, sich zu erklären, während man zerbricht... Tränen der Sehnsucht... Maske im Gesicht...
Verfasst am: Wed., 18.05.2005, 00:45:41
Wehmut
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich heute mein Auto verkauft.
Es war mir in den letzten 6 Jahren ein (mehr oder weniger) treuer Begleiter. Es hat so viele meiner Emotionen mitbekommen und ertragen müssen. Es sah Freude, Trauer, Wut, Hass, Aggression, Liebe, Sehnsucht. Ihm habe ich Dinge erzählt oder entgegengeschriehen, die ich niemandem sonst sagen konnte oder wollte. Mein Auto war immer da... meine persönliche Freiheit... meine eigene kleine Insel der Ruhe oder der lauten Musik, auf die ich mich zurückziehen konnte. An diesem Auto hängen so viele Erinnerungen.. gute wie schlechte... Erinnerungen an ganz besondere Stunden und ganz besondere Menschen.
Die Beziehung zu meinem Auto hielt bis jetzt länger als jede Beziehung die ich zu einer Frau hatte. Seltsam, da ich diese Beziehung nie gepflegt habe. Hätte ich die Frauen so misshandelt und traktiert wie mein Auto, hätten sie mich wohl sofort verlassen. Der Airbag hat soviele Prügel einstecken müssen, daß es mich nicht wundern würde, wenn er sich bei einem Unfall rächen würde und nicht aufgeht. Die Stoßstange hat auch schon verdammt viel einstecken müssen. Ob sie mir die Garagenwand verzeiht?
Ich weiß nicht wie viele Stunden ich in meinem Auto verbracht habe... viele davon alleine... wenige davon in Gesellschaft... und sehr selten Stunden alleine und doch zu zweit.
Zusammengerechnet werden es wohl mehrere Monate sein.
Verdammt, ich vermiss dich!
Verfasst am: Sun., 15.05.2005, 22:51:30
Bist du...
schonmal gestorben?
Und warum glaubst du dann, mitreden zu können?
Verfasst am: Tue., 10.05.2005, 01:14:12
Nacht, Die
Den ganzen Tag über scheint die Sonne... aber in mir ist Nacht. Dunkelheit... ich sehe zwar Lichter.. aber ich nehme sie nicht wahr... außerdem ist es kalt. Verdammt kalt.
Seltsam, daß man den Lärm sucht, wenn man hofft, Stille zu finden?
*verwirrt*
Verfasst am: Mon., 09.05.2005, 12:10:03
Ergeben
- Du hast dich ergeben? Wem?
- Der Musik
- Und warum?
- ich weiß es nicht... er war wie ein Zwang
- es tat so weh und gleichzeitig so gut
- einfach tanzen... alles vergessen
- Versteh ich nicht
Verfasst am: Sat., 07.05.2005, 15:45:06
Der Junge, der das Lächeln verlernt hatte
Ich sah heute einen Jungen. Er sah traurig aus, ja, man könnte sogar sagen ... tot. Er musste schon viel durchgemacht haben, das sah ich an seinen Augen — in ihnen spiegelte sich die Gleichgültigkeit gegenüber der Welt wieder. Für ihn existierte nichts Böses mehr, aber auch nichts Gutes — er kannte ja noch nicht einmal den Unterschied. Das war ihm egal. Seine Augen starrten ins Nichts. Sie sagten nichts mehr aus — sie waren tot, leer. Als ich ihn fragte, ob er Hilfe brauchte, zuckte er, ohne mich nur einen Augenblick lang anzusehen, mit den Schultern. Da wusste ich, er wollte, dass ich bei ihm bliebe. Ich hatte erwartet, dass jeden Moment eine Träne über sein Gesicht läuft, doch das tat sie nicht. Wir saßen also nebeneinander auf dem Hügel und starrten auf den Horizont, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Doch dann auf einmal, ohne zu zwinkern, lief ihm eine Träne über seine blasse Wange. Ich wusste, dass ich ihn nicht fragen soll, was los sei, also legte ich meinen Arm um seine Schultern und ließ ihn seinen Frieden mit der Welt schließen. Wir hatten uns noch nie zuvor gesehen, und doch kam es mir so vor, als ob wir uns schon ewig kennen würden — ich glaube, ihm ging es genauso. Nicht nur ihm tat es gut, in meinen Armen zu liegen, nein, mir auch. Ich fühlte mich auf komische Art und Weise befreit. Ich weiß nicht, wie lange wir so saßen, das war auch egal. Denn uns erwartete niemand. Keiner machte sich Sorgen, niemand kannte uns. Es regnete, doch wir blieben regungslos sitzen. Als die Sonne wieder hervorkam und alles trocknete, erschien ein Regenbogen direkt vor uns. Und zum ersten Mal in dieser langen Zeit, in der ich bei diesem Jungen saß, lächelte er. Ich glaube, er lächelte zum ersten Mal seit einer langen, langen Zeit wieder. Er sagte, dass er keinen Regenbogen mehr sah, seitdem ihn die Welt vergessen hatte. Mehr sagte er nicht, doch ich wusste, dass er mir damit danken wollte, dass ich ihn nicht vergessen habe. Seine Stimme klang traurig, aber hoffnungsvoll. Wir blickten uns nicht an, und doch wusste ich, wie er aussah. Er hatte ein langes, blasses Gericht mit großen, braunen Augen, die unheimlich müde aussahen. Sein Mund war schmal und seit einer Ewigkeit nicht mehr geöffnet worden. Seine Figur war hager, er war schwarz gekleidet, was ihn noch blasser machte. Aber dennoch (oder gerade deswegen?!) war er wirklich sehr hübsch. Im Sonnenuntergang sah er wunderschön aus. Obwohl wir nichts sagten, wusste ich, dass er sich genauso wie ich fragte, wo die Sonne wohl hingeht und ob irgendwer auf sie wartet. Auf einmal stand er auf und sagte, dass er jetzt heim könne. Ich fragte mich wohin, denn ich wusste, dass er hier kein Zuhause hatte. Doch gefragt habe ich ihn nicht. Als ich aufstand und gehen wollte, sagte er, dass er mir etwas schenken wolle. Als ich mich umdrehte, stand er direkt vor mir und schaute in mein Gesicht. Dieser Anblick war noch viel schöner, als ich ihn erwartet hatte. Seine Augen funkelten — sie lachten. Nicht sein Gesicht, nein, nur seine Augen, und das war das schönste Geschenk, das ich jemals bekam. Als ich mich kurz darauf wieder umdrehte, war er weg. Ich suchte ihn nicht, denn ich wusste, dass er jetzt zu Hause war. Und in diesem Moment wurde mir klar, dass dieser Junge mir mehr geholfen hatte als ich ihm.
(Im Hintergrund läuft Nightwish - Dead Boy´s Poem)
*wein*