Erinnerung

Die Bilder werden immer intensiver. Die wenigen schlechten Erinnerungen verschwinden fast vollständig im Hintergrund, während die schönen Erinnerungen immer stärker hervortreten. Ist es natürlich, das, was man verloren hat, im Nachhinein zu glorifizieren? Oder steckt dahinter einfach nur der Wunsch, nicht zu vergessen, daß man solche Gefühle hatte? Der irre Wunsch, die Vergangenheit zu ändern und die Zukunft in eine neue Richtung zu lenken.
Es ist irgendwie grausam. Ich liege jede Nacht wach und denke darüber nach, was hätte gewesen sein können. Der Verstand (den ich in diesen Momenten zu verlieren glaube) sagt immer wieder: "Das wäre nichts geworden. Der Unterschied ist zu groß." Aber irgendetwas in mir schreit: "Scheiße!" Und Tränen laufen über meine Wangen. Ich bemühe mich, leise zu sein, um SIE nicht zu wecken. Und doch sind diese Erinnerungen alles, was ich noch habe. Die einzige Verbindung zu der Zeit, in der die Zeit stillzustehen schien und Momente Ewigkeiten dauerten. Wo ein Blick und ein Lächeln reichten um mich eine Gänsehaut bekommen zu lassen. Zu der Zeit, die trotz aller Intimität doch von gegenseitigen Respekt geprägt war.
Selbst wenn diese Zeit nie wiederkommen wird, so hat sie doch Spuren in meiner Seele hinterlassen.
Ich werde diese Zeit NIE vergessen. Die Erinnerung wird immer ein Quell der Freude bleiben... auch wenn sie schmerzt.

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