Dark Diary
Verfasst am: Tue., 02.08.2005, 20:24:00
Es ist...
zum Verzweifeln. Endlich bin ich wieder meinem Käfig entronnen. Dem Käfig, der sich Alltag nennt. Und doch weiß ich nicht, was ich nun tun soll. Es ist keiner mehr da, der mir beim Schreiben über die Schultern schaut. Aber ich kann nicht. Es gibt so viele Dinge, die erzählt werden wollen... nein erzählt werden müssen! Im Hintergrund singt Tilo Wolff "zeig mir deine Wunden, ich schlag sie wieder blutig"... und verdammt noch mal... es passt wunderbar. Meine Wunden schienen für die Dauer von zwei oder drei Wochen verheilt. Und dann kam der Schlag und alles begann wieder einmal von vorne. Heute morgen in der Firma habe ich gute 10 Minuten nur da gesessen und geweint. Die Kollegen ringsum haben komisch geschaut, aber nicht gefragt. Das rechne ich ihnen hoch an.
"Eine schöne gemeinsame Zeit die wir hatten, aber die letzte Zeit zeigt mir, dass sie endgültig vorbei ist und niemals wieder kommen wird." Diese Worte brennen sich in meine Augen und in mein Gehirn. Ich lese diesen Satz hundertmal und doch sträubt sich alles in mir, den Sinn dieser Worte anzunehmen. "... endgültig vorbei..." NEIN! Das kann nicht sein. Es war die schönste Zeit, die emotionalste und zugleich die sinnlichste Zeit, die ich je mit einer Frau zusammen verbracht habe. Sie darf nicht einfach vorbei sein. In meiner Seele und in meiner Erinnerung wird sie es nie sein. Ich werde immer an das gemeinsame Schweigen zurückdenken und dabei insgeheim lächeln müssen, obwohl ich weine!
In meinem Kopf ballen sich Gedankenfetzen zusammen und drängen durch meine Finger und die Tastatur aufs elektronische Papier. Ich tippe wie ein Wahnsinniger, prügele auf der Tastatur herum... und muss doch einsehen, daß es nichts bringt. Es gibt so viele Dinge die es sich zu beschreiben lohnt... so viele Bilder, die in meinem Kopf herumschwirren, so viele Gedanken, die besser nie ausgesprochen werden. Un doch schreibe ich wie blöd... ich hoffe, daß jeder das hier liest... und hoffe gleichzeitig daß es nie einer lesen wird. Trotz allem tut es gut, alles loszuwerden. Tränen laufen über meine Wangen und die Buchstaben verschwimmen. Ich würde alles tun, um diese Zeit, die so wunderschön war, weiterbestehen zu lassen. Doch das liegt nicht allein in meiner Macht.