Dark Diary
Verfasst am: Tue., 06.09.2005, 22:10:00
Augen
Stumm blickte er auf ein Photo von ihr. Es war im Dunkeln aufgenommen worden, doch der Blitz erhellte ihre Züge. Sie lag auf einer verwitterten Steinmauer. Im Hintergrund streckten kahle Bäume ihre dünnen Äste in den Abendhimmel. Ihr blutrot geschminkter Mund war geschlossen. Sie lachte selten. Ihre dunklen Augen blickten ernst und ein bisschen traurig in die Kamera.
Wie oft war er in den Tiefen dieser Augen versunken? Wie oft blickte er durch sie hindurch auf den Grund ihrer Seele? Und wie oft erblickte er darin die endlose Traurigkeit und den Hass auf sie selbst?
Diese Augen waren etwas besonderes. Etwas einzigartiges. Auf dem Photo schien sie ihn direkt anzuschauen. Es war schwer, irgendwelche Gefühle darin zu deuten.
Ein Gefühl des Verlustes machte sich in ihm breit. Immer wieder ging ihm ein altes Sprichwort durch den Kopf: "Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil du es erleben durftest."
Und genau das tat er.
Verfasst am: Mon., 29.08.2005, 22:52:00
Gedanken
Er war auf der Autobahn.. wieder... wie jeden Tag. Er merkte die Geschwindigkeit schon nicht mehr. Jeden Tag dasselbe. Einige Idioten scheren im letzen Moment aus, andere Idioten kommen nicht von der Stelle, wieder andere Idioten drängeln, bis man das Weiße in ihren Augen im Rückspiegel erkennen kann. Ein ganz normaler Tag also. Und doch war heute anders. Seine Gedanken kreisten nur um eine Sache... gebetsmühlenartig... immer wieder: "Was wäre, wenn... "
Tränen liefen über seine Wangen, als er sich die Szene ausmalte. Tränen der Einsamkeit. Tränen des Schmerzes. Fast hätte er den LKW übersehen.
Ein ganz normaler Tag.
Verfasst am: Wed., 24.08.2005, 20:16:00
Perfekt
Die Verwirrung meines Verstandes ist perfekt. Ich habe keine Ahnung, was ich nun noch denken kann oder soll. Meine Schwesterseele hat einen neuen Freund der ihr alles gibt, was sie sich immer gewünscht hat. Ich freue mich für sie und mit ihr. Und doch beschleicht mich das Gefühl eines großen Verlustes. Nichts, wo ich mit dem Finger daraufzeigen könnte und eindeutig sagen könnte: "Das ist es." Nein... eher latent und überall vorhanden. Immer ein unwohles Gefühl im Bauch. Ein leises aber beständiges Krampfen in der Magengegend. Nichts, was sich mit Ratio erklären ließe. Wie so oft in letzter Zeit weine ich mich wieder in den Schlaf.
Ein längeres Gespräch hat mich aber nun noch stärker verunsichert. Ich habe das Gefühl, daß ich es vielleicht schaffe, mich selbst zu belügen... aber sie nicht. Sie hat mir auf den Kopf zugesagt, was ich mir selbst nie eingestanden hätte. Es klingt einfach zu ungeheuerlich.
Es ist einfach alles perfekt... und doch fühle ich mich nicht mehr wohl in meiner Haut. Und brutalerweise kann ich mit niemandem darüber reden. Wie es aussieht, werde ich mal wieder alle vor vollendete Tatsachen stellen und nur noch verständnisloses Kopfschütteln ernten.
Niemand ahnt etwas... selbst die nicht, die mich zu kennen glauben.
Verfasst am: Tue., 23.08.2005, 13:39:00
Hmpf...
ich komme mal wieder überhaupt nicht zum schreiben. Es ist zum verrückt werden!
Btw: email-Blogging scheint noch nicht zu funktionieren.
Verfasst am: Tue., 16.08.2005, 16:54:00
Lange ist's her
Mein letzter Eintrag liegt mal wieder ziemlich lange zurück. Schade zwar, aber nicht zu ändern. Die Zeit war nicht günstig. Ich konnte meinen eigenen Rechner nicht nutzen... und einen anderen fast ausschließlich unter Aufsicht. So kann ich seltsamerweise aber nicht schreiben. Es ist mal wieder viel passiert. Viele dunkle Gedanken versammeln sich in meinem Kopf... wollen raus und können nicht.
Ich könnte schreien und toben.
Alles scheint auf einmal so verdammt sinnlos und leer zu sein. Ich fahre jeden Tag zur Arbeit, funktioniere wie eine Maschine. In meinem Kopf rasen die Bilder und Gedankenfetzen wie ein wirres Karussell. Die Konzentration leidet im Moment sehr. Das Projektmeeting vorhin war ein totales Fiasko. Ich muss mich mehr zusammenreißen. Aber das ist schwer... verdammt schwer. Irgendwie bereue ich es, nicht den Mut gehabt zu haben, eine Beziehung zu beenden, um eine andere zu beginnen. Es hätte eine Veränderung bedeutet. Eine Verbesserung? Vielleicht! Eine Verschlechterung? Wahrscheinlich!
Mir kommt es so vor, als hätte ich nach der Taube auf dem Dach gegriffen und sie fast gehabt. Ich hätte nur den Spatz in der Hand loslassen müssen. Aber ich konnte nicht.
Die Taube hat mir nun die Entscheidung abgenommen.
Zurück bleibt eine nagende Unzufriedenheit.
Verfasst am: Thu., 11.08.2005, 21:48:00
Erinnerung
Die Bilder werden immer intensiver. Die wenigen schlechten Erinnerungen verschwinden fast vollständig im Hintergrund, während die schönen Erinnerungen immer stärker hervortreten. Ist es natürlich, das, was man verloren hat, im Nachhinein zu glorifizieren? Oder steckt dahinter einfach nur der Wunsch, nicht zu vergessen, daß man solche Gefühle hatte? Der irre Wunsch, die Vergangenheit zu ändern und die Zukunft in eine neue Richtung zu lenken.
Es ist irgendwie grausam. Ich liege jede Nacht wach und denke darüber nach, was hätte gewesen sein können. Der Verstand (den ich in diesen Momenten zu verlieren glaube) sagt immer wieder: "Das wäre nichts geworden. Der Unterschied ist zu groß." Aber irgendetwas in mir schreit: "Scheiße!" Und Tränen laufen über meine Wangen. Ich bemühe mich, leise zu sein, um SIE nicht zu wecken. Und doch sind diese Erinnerungen alles, was ich noch habe. Die einzige Verbindung zu der Zeit, in der die Zeit stillzustehen schien und Momente Ewigkeiten dauerten. Wo ein Blick und ein Lächeln reichten um mich eine Gänsehaut bekommen zu lassen. Zu der Zeit, die trotz aller Intimität doch von gegenseitigen Respekt geprägt war.
Selbst wenn diese Zeit nie wiederkommen wird, so hat sie doch Spuren in meiner Seele hinterlassen.
Ich werde diese Zeit NIE vergessen. Die Erinnerung wird immer ein Quell der Freude bleiben... auch wenn sie schmerzt.
Verfasst am: Wed., 10.08.2005, 20:48:00
Ratlos
In einem sehr langen Gespräch mit jemandem, den ich eigentlich kaum kenne, habe ich einige neue Denkweisen erfahren. Und entgegen allen ethischen und moralischen Sichtweisen bleibt folgendes Statement haften:
"Juckt mich ned.. ist ned deren Leben"
Verfasst am: Tue., 09.08.2005, 20:41:00
Deine Lakaien - April Skies
Seit gestern habe ich das Album April Skies von Deine Lakaien. Selten hat mich ein Album so berührt...
Verfasst am: Mon., 08.08.2005, 18:05:00
Noch mehr Musik...
Ich höre zuviel Musik, obwohl ich für die morgige Klausur lernen sollte. Aber irgendwie gehen mir diese Vocals von Deine Lakaien nicht mehr aus dem Kopf:
Your hand in my hand and my hand in your hand
Your hand in my hand closeness of the past
My hand in your hand and your hand in my hand
Jerking back and nothing will last
OVER AND DONE
"Erledigt und vergessen" würde man hier sagen... aber ist das wirklich so einfach?
Verfasst am: Sun., 07.08.2005, 14:04:00
Moby
Why does my heart
feel so bad?
Why does my soul
feel so bad?
~ wein ~